Tekst

Belebte Natur

Die lebende Welt jedes Gebietes wird vor allem durch das Klima bestimmt. Das Klima bedingt die Pflanzendecke, die das Heim der Tiere und Pilze, der einzelligen Organismen und Bakterien ist, und das alles bildet gemeinsam mit den unbelebten Elementen der Natur (Luft, Wasser, Felsen, Boden ...) das Ökosystem.

Der nördliche Velebit stellt einen kleinen Teil der ursprünglichen europäischen Natur dar – der nicht ganz unberührten Wildnis, sondern eines Naturgebiets, das unter anderem auch durch Einfluss der Menschen zu einer Zeit geformt wurde, als die einzige Überlebensmöglichkeit für die Menschen das Zusammenleben mit der Natur war. Aber lassen Sie sich von der Anwesenheit der Menschen nicht auf den Gedanken bringen, dass es sich um eine zahme Landschaft handelt ,ganz im Gegenteil, das Velebit-Gebirge ist grausam und rau, sowohl was das Klima als auch das Relief betrifft. Der größte Teil des Parks ist mit Wäldern unterschiedlichen Ambientes bedeckt, wie z.B. dunklen und geheimnisvollen Fichten- und Tannenwäldern, ausdauernden und knorrigen Krummkiefernwäldern oder märchenhaften und wundersamen submontanen und montanen Buchenwäldern.

Von den grünen und steinigen Gipfeln und Hängen öffnen sich erstaunende Ausblicke auf die nördliche Adria und die unübersichtlichen Hänge des Velebit-Gebirges. Die Wiesen begeistern durch die zahlreichen bunten Blüten und ihre Besucher (Schmetterlinge, Bienen und Hummeln, Käfer und zahlreiche andere Insekten), und der Stein durch seine ungewöhnlichen und rauen Formen, in denen einzigartige Pflanzen wachsen.

Obwohl das Velebit-Gebirge kein hohes Gebirge ist, herrscht hier Dank seines Reliefs und seiner Lage in höchsten Bereich ein wahres Gebirgsklima. Das bestätigen auch die für hohe Gebirge typischen Pflanzen- und Tierarten, die hier leben, wie z.B. das Edelweiß, die Krummkiefer, die Alpendohle, der Weißrückenspecht, die Gämse und andere.

Dank der Tatsache, dass das Ökosystem gut erhalten ist, ist der nördliche Velebit das Heim von Bären, Wölfen, Luchsen und Adlern, das heißt von Raubtieren an der Spitze der Nahrungskette stehen und die viel Raum und Beute benötigen.

 

Heute ist die größte Gefahr für die reiche Natur des Parks das Aufgeben der traditionellen Viehzucht und der traditionellen Lebensweise. Die Wiesen, die nicht gemäht werden und auf denen auch keine Tiere weiden, werden vom Wald überwuchert und dadurch verschwinden auch alle für die Wiesen typischen Pflanzen- und Tierarten, wodurch die biologische Vielfalt abnimmt. Unsere Einrichtung führt im Augenblick ein Projekt zur Untersuchung der biologischen Vielfalt der Wiesen durch, um die auszuwählen, die für eine zukünftige Erneuerung und Instandhaltung an wertvollsten sind.

Im Gebiet des Parks wurden im Rahmen der bisherigen Forschungsarbeiten etwa 1.500 Pflanzen-, Pilz- und Tierarten verzeichnet. Diese Zahl stellt aber nur einen kleinen Teil der biologischen Schatzkammer des Nördlichen Velebits dar, da zahlreiche Gruppen, wie z.B. Moose oder viele Insektengruppen (Grashüpfer, Nachtfalter, Fliegen, Wespen u.A.) noch gar nicht erforscht und erfasst worden sind. Sehr unvollständig sind auch die Listen der Käfer und Spinnen sowie der Pilze, die auch ansonsten in Kroatien einen noch nicht vollständig erforschten Bereich darstellen. Außerdem wurde mit Ausnahme der Insekten und Spinnen auch keine Auflistung der wirbellosen Tiere erstellt, geschweige denn der einzelligen Organisamen und Bakterien, die ein sehr wichtiger Bestandteil der biologischen Vielfalt sind, und zwar sowohl wegen ihrer enormen Artenzahl als auch wegen ihrer wichtigen Rolle im Stoffkreislauf des Ökosystems. Aber natürlich gibt es auch bei den besser erforschten Gruppen wie z.B. den Vögeln, Säugetieren, Amphibien und Reptilien noch viel zu tun!

Tekst