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Pflanzen

Wegen seiner besonderen Lage steht das Velebit-Gebirgsmassiv unter dem Einfluss verschiedener Klimata und geographischer Gebiete, was sich auch in seiner Flora bzw. Pflanzenwelt wiederspiegelt. So leben auf dem Velebit Vertreter der litoralen, kontinentalen und montanen Pflanzenwelt. Die Arten, die zu einem Gebiet gehören, werden als Florenelemente bezeichnet. Unter den Pflanzen des Nördlichen Velebits sind boreale (nördliche) und arktisch-alpine Florenelemente sehr häufig. Die Verteilung der Arten, so dass in den nördlichen Bereichen und den Gebirgsgipfeln die gleichen oder verwandte Arten wachsen, entstand in der Eiszeit, dem Zeitraum, in dem ein Großteil der Erde mit Eis bedeckt war. Damals verloren die Pflanzen der kalten Gebiete ihren Lebensraum und waren gezwungen sich nach Süden zurückzuziehen. Als dann die Eisdecke zu schmelzen begann, war es für sie zu warm, so dass sie nur im Bereich der Gebirgsgipfel überlebten, in dem das Klima dem nördlichen bzw. Polarklima ähnelt. Nachdem sie sich in die Berge zurückgezogen hatten, waren diese Pflanzen isoliert, wie auf einer Insel, da sie von einem großen Gebiet mit einem für sie ungünstigen, warmen Habitat umgeben sind. In dieser Isolation entwickelte sich jede Pflanzengruppe unabhängig von den anderen und es entstanden einzigartige Arten und Unterarten – Endemismen. Das Velebit-Gebirgsmassiv ist eines der vier kroatischen Zentren des Endemismus.

Bisher wurden im Bereich des Parks mehr als 950 Pflanzenarten und Unterarten verzeichnet. Viele sind nur begrenzt, regional verbreitet und bei etwa 40 handelt es sich um lokal verbreitete strikte Endemismen. Ihr Anteil an der Flora des Nördlichen Velebits beträgt 4,4%, was für europäische Verhältnisse viel ist. Gemäß den Kriterien der IUCN (Weltnaturschutzunion) sind 2,3% der Arten und Unterarten auf der nationalen Roten Liste gefährdeter Arten, die von der Staatlichen Anstalt für Naturschutz erstellt wurde. Auf europäischer Ebene sind durch das Berner Übereinkommen und die FFH-Richtlinie, die zwei wichtigsten europäischen Naturschutz-Vorschriften, 5,1 % der Pflanzenarten des Parks geschützt.

Einige interessante und geschützte Pflanzenarten des Nationalparks Nördlicher Velebit

 
Bittere Schafgarbe (Achillea clavenae)
Sehr aromatische Gebirgspflanze, die in den Alpen und den Dinariden vorkommt. Sie wächst auf Steinrasen und Kalksfelsen. Die Pflanze ist weißgrau und hat weiße Blüten, die im Verhältnis zur Gemeinen Schafgarbe (A. millefolium) größer sind. Der Stängel und die Blätter sind dicht mit feinen Härchen versehen, was ihnen eine samtige Textur verleiht. Die Bittere Schafgarbe ist gegen Hitze und Trockenheit beständig, wie die meisten Pflanzen, die in steinigen Gebieten wachsen. In Kroatien ist sie gesetzlich geschützt und auf der Roten Liste gefährdeter Arten, in der Kategorie gering gefährdet. Ihre Blütezeit ist von Juli bis September.
 
 
Kitaibels Akelei (Aquilegia kitaibelii)
Diese Akelei ist ein Endemit des West-Balkans. Sie wächst auf Felsschutt und in Felsspalten in höheren Lagen. Ihre Blätter sind blaugrün und auf beiden Seiten mit feinen Härchen versehen. Die ungewöhnlichen violetten Blüten am Ende langer Stängel sind nach unten geneigt, und ähneln in Kapuzen. Die Blütenblätter weisen röhrenförmige Verlängerungen – Sporen - auf. Benannt wurde sie nach dem ungarischen Botaniker und Chemiker, Pál Kitaibel, der als einer der ersten die Flora des Velebits erforschte. In Kroatien ist sie per Gesetz streng geschützt und auf der Roten Liste gefährdeter Arten, in der Kategorie gering gefährdet. Ihre Blütezeit ist von Juni bis August.
 
 
Echte Bärentraube (Arctostaphylos uva-ursi)
Diese Pflanze kommt in den kalten Gebieten der nördlichen Hemisphäre vor, wie beispielsweise in den nördlichen und Gebirgsgebieten Europas, Nordamerika und Asiens. Diese Art bildet einen niedrigen Strauch mit festen, ledrigen Blättern, weißen glockenförmigen Blüten und runden roten Beeren. Sie wird volksheilkundlich bei Harnweginfektionen eingesetzt. Da die Beeren dieser Pflanze in der Natur übermäßig gepflückt werden, ist sie auf der Roten liste gefährdeter Arten, in der Kategorie gefährdet und per Gesetz streng geschützt. Ihre Blütezeit ist von April bis Juni.
 
 
Haynald-Augenwurz (Athamantha turbith subsp. haynaldii)
Diese Augenwurz ist eine endemische Pflanze des West-Balkans und wurde von den Wissenschaftlern gerade im Nördlichen Velebit zum ersten Mal entdeckt und beschrieben. Sie wächst auf Bergfelsen und Felschutten, und ist durch mehrfach gefiederte Blätter in Form eines Schildes gekennzeichnet. Durch ihr Aussehen erinnert sie an andere Pflanzen aus der Familie der Doldenblütler, wie beispielsweise die allen bekannte Karotte oder Petersilie, mit dem Unterschied, dass die Zipfel ihrer Blätter sehr dünn sind. Benannt wurde sie nach Lajos Haynald, ungarischer Erzbischof und Kardinal, der sich in seiner Jugend sehr intensiv mit Botanik befasste. Sie ist in Kroatien streng geschützt. Ihre Blütezeit ist von Mai bis Juli.
 
 
Waldstein-Glockenblume (Campanula waldsteiniana)
Die Waldstein-Glockenblume ist eine sehr dekorative Pflanze, die in den Felsspalten Polster bildet. Sie wächst im Velebit- und Plješivica-Gebirge. Ihre tiefblauen Blütenkronen sind aufrecht ausgebreitet und erinnern vom Aussehen her mehr an Sterne als an Glocken. Benannt wurde sie nach Franz Waldstein, österreichischer Offizier und Forscher. In Kroatien ist sie streng geschützt und auf der Roten Liste gefährdeter Arten, in der Kategorie gering gefährdert. Ihre Blütezeit ist im Juli und August.
 
 
Kroatische Schaumkresse (Cardaminopsis croatica)
Bei dieser Pflanze handelt es sich um eine Pflanze der nordwestlichen Dinariden, die gerade für das Velebit-Gebirge spezifisch ist, wo sie auch zum ersten Mal beschrieben wurde. Sie formt kleine Polster in den Felsspalten und ihr außergewöhnliches Aussehen verleihen ihr ihre mehrfach in Zickzackform gebogenen Stängel. Diese besondere Form ist jedoch während der Blütezeit nicht so gut zu erkennen, wenn da nämlich die Stängel ihre weißen Blüten mit den jeweils vier gebogenen Blütenblättern tragen. Sie ist in Kroatien streng geschützt und ihre Blütezeit ist im Mai und Juni.
 
 
Geröll-Nelke (Dianthus petraeus subsp. petraeus)
Eine sehr attraktive endemitische Art des Balkans. Sie wächst in Form von Stauden auf Steinrasen in den Bergen. Ihre blaugrünen Blätter sind lang und dünn und erinnern an Grashalme, aber sie hebt sich durch ihre schneeweißen Blüten mit den jeweils fünf Blütenblättern mit eingeschnittenem Rand hervor. In Kroatien ist sie streng geschützt und wegen der Verwaldung der Bergwiesen ist sie auf der Roten Liste gefährdeter Arten, in der Kategorie gefährdet. Ihre Blütezeit ist von Juni bis August.
 
 
Weiße Silberwurz (Dryas octopetala)
Spalierstrauch aus der Familie der Rosengewächse. Sie wächst in den kalten Gebieten der nördlichen Hemisphäre (im Norden und den Gebirgsgebieten). Die ledrigen Blätter haben einen umgerollten Rand und sind auf der Unterseite behaart. Die weißen Blüten bestehen aus jeweils acht Blüten - und einer Vielzahl von Staubblättern. Zwe Kälteperioden während des Pleistozäns, Jüngere und Ältere Dryas, wurden nach dieser Pflanze benannt, die damals sehr verbreitet war. Sie ist in Kroatien streng geschützt und auf der Roten Liste gefährdeter Arten, in der Kategorie keine ausreichenden Daten. Ihre Blütezeit ist von Mai bis August.
 
 
Alpen-Mannstreu (Eryngium alpinum)
Eine in den Alpen und Dinariden verbreitete hohe und sehr kräftige Pflanze mit Stacheln. Die walzenförmigen Blüten sind ebenso wie die Stängel, die sie tragen, dunkelblau. Die Blätter sind herzförmig und der Rand ist gezackt. Sie wächst auf steinigen Bergwiesen und am Rande der Karstvertiefungen. In Kroatien ist diese Pflanze streng geschützt und auf der Roten Liste gefährdeter Arten, in der Kategorie nicht gefährdet. Die Blütezeit ist von Juni bis September.
 
 
Gelber Enzian (Gentiana lutea subsp. symphyandra)
Eine endemische Unterart, die im Gebiet des Balkans und der südöstlichen Alpen wächst. Außer den gelben Blüten, die in trugdoldigen Teilblütenständen am hohen und festen Stängel wachsen, ist die gesamte Pflanze geblich, während die Blätter eine dünne graublaue Wachsschicht aufweisen. Der gelbe Enzian wächst auf Bergwiesen, aber auch zwischen den Felsen. In Kroatien ist der gelbe Enzian per Gesetz streng geschützt, da er aber wegen seiner Heileigenschaften intensiv gepflückt wird, ist er auf der Roten Liste gefährdeter Arten, in der Kategorie stark gefährdet. Seine Blütezeit ist von Mai bis Juni.
 
 
Illyrische Schwertlilie (Iris illyrica)
Mittelhohe Pflanze mit großen lilablauen Blüten, wobei die äußeren sog. Hängeblätter gelbe „Bärte“ tragen. Die flachen Blätter, die Grashalmen ähneln, sind breit und lang. Diese Pflanze wächst nur in den Dinariden an der ostadriatischen Küste, im litoralen bis zum submontanen Bereich. Diese Schwertlilienart ist in Kroatien streng geschützt und auf der Roten Liste gefährdeter Arten, in der Kategorie nicht gefährdet. Die Blütezeit ist von Mai bis Juni.
 
 
Edelweiß (Lentopodium alpinum)
Gebirgspflanze Mittel- und Südeuropas. Das Edelweiß ist gänzlich wollig, einschließlich der bekannten weißen Blüte. Seine Blätter sind schmal, länglich und graugrün. Es wächst auf Felsen und Steinrasen und ist in Kroatien streng geschützt. Seine Blütezeit ist im Juli und August.
 
 
Krainer Lilie (Lilium carniolicum)
Endemit der südlichen Alpen und der Dinariden. Die hohen Stängel tragen große orangene Blüten mit zurückgebogenen Blütenhüllblättern, was den Blüten eine kugelförmige Form verleiht. Im Velebit sind Lilien mit gelben Blüten, die als Bosnische Lilie (L. bosniacum) beschrieben sind, häufig anzutreffen, obwohl es sich hierbei wahrscheinlich nicht um eine eigenständige Art handelt. Die Krainer Lilie wächst auf Steinrasen und zwischen Felsen. In Kroatien ist sie streng geschützt, da sie aber trotzdem übermäßig gepflückt wird und ihr Habitat verschwindet, ist sie auf der Roten Liste gefährdeter Arten, in der Kategorie gefährdet. Ihre Blütezeit ist im Juni und Juli.
 
 
Velebiter Spitzkiel (Oxytropis dinarica subsp. velebitica)
Niedrige endemische Pflanze der Dinariden. Ihre blassgelben Blüten sind in dichten länglichen Trauben angeordnet. Die Blätter sind gefiedert und wachsen in Rosetten. Der Dinarischer Spitzenkiel wächst auf Steinrasen in hohen Lagen. Diese Pflanze ist in Kroatien streng geschützt. Ihre Blütezeit ist von Juni bis August.
 
 
Grossblättrige Pfingstrose (Paeonia mascula)
Die Grossblättrige Pfingstrose ist eine hohe und ausdauernde Pflanze der Berglagen im Bereich des Mittelmeeres. Sie trägt jeweils eine große und schöne Blüte mit runden Blütenblättern, deren Farbe von kräftig bis blassrosa reicht. Ihre glänzenden, dunkelgrünen Blatter sind zweimal in je drei Segmente geteilt. Sie wächst auf bewachsenen, steinigen Hängen an lichten Stellen in Laubwäldern und zwischen Felsen. Die Grossblättrige Pfingstrose ist in Kroatien streng geschützt und auf der Roten Liste gefährdeter Arten, in der Kategorie gering gefährdet. Ihre Blütezeit ist von April bis Juni.
 
 
Berg-Kiefer (Pinus mugo)
Die Berg-Kiefer ist eine Kiefernart, die in Form eines Strauchs oder kleinen Baums in den Bergen Mitteleuropas und des Balkans wächst. Sie hat sich ganz besonders den rauhen klimatischen Verhältnissen angepasst, so dass sie den höchsten Gürtel der Waldvegetation bildet. Sie formt einen sehr dichten und schwer durchgänglichen Wald. Die Zapfen sind klein, wobei die weiblichen Zapfen violett sind. Sie blüht im Mai und Juni, und die Zapfen reifen im Oktober des nächsten Jahres.
 
 
Kroatische Voralpen-Kreuzblume (Polygala alpestris subsp. croatica)
Endemische Unterart der Balkan-Gebirge. Diese Kreuzblumenart ist niedrig, zahlreiche ihrer Stiele sind dünn und stehen nicht aufrecht. Die kleinen Blüten sind blau, in seltenen Fällen auch weiß. Die Kroatische Voralpen-Kreuzblume wächst an steinigen und mit Gras bewachsenen Hängen. Sie ist in Kroatien streng geschützt und auf der Roten Liste gefährdeter Arten, in der Kategorie keine ausreichenden Daten. Ihre Blütezeit ist von April bis Juni.
 
 
Kitaibels Schlüsselblume (Primula kitaibeliana)
Endemit der Zentral-Dinariden. Diese niedrige Pflanze trägt glockenförmige, rosafarbene Blüten. Die Blätter sind mit dichten klebrigen Härchen versehen. Sie wächst in Felsspalten. Ihren Namen verdankt sie dem ungarischen Botaniker und Chemiker, Pál Kitaibel. Sie ist in Kroatien streng geschützt und auf der Roten Liste gefährdeter Arten, in der Kategorie keine ausreichenden Daten. Die Blütezeit ist von April bis Juli.
 
 
Alpen-Küchenschelle (Pulsatilla alpina)
Pflanze der mittel- und südeuropäischen Gebirge. Der aufrechte Stängel und die gefiederten Blätter sind dicht mit langen Härchen bewachsen. Die großen, haarigen Blüten sind innen weiß und außen violett bis rot. Die Alpen-Küchenschelle ist während ihrer Fruchtzeit besonders interessant, wenn ihr nämlich ihre langen, haarigen Verlängerungen ein sympatisches verwuscheltes Aussehen verleihen. Sie wächst auf Bergwiesen und in Bergtälern. In Kroatien ist streng geschützt und auf der Roten Liste gefährdeter Arten, in der Kategorie gering gefährdet. Die Blütezeit ist von Mai bis August.
 
 
Großblättrige Weide (Salix appendiculata)
Endemit eines Teils der mittel- und südeuropäischen Gebirge. Sie wächst in Form von Sträuchern oder niedrigen Bäumen. Ihre Blätter sind auf der Unterseite behaart. In höheren Lagen trägt sie weniger Blätter. Die männlichen und weiblichen Pflanzen sind getrennt. Sie wächst in Wäldern und im Gehölz montaner Bereiche bis zur oberen Waldgrenze. Ihre Blütezeit ist im April und Mai.
 
 
Rosenrote Schwarzwurz (Scorzonera purpurea subsp. rosea)
Endemit des östlichen Mitteleuropas, des Balkans sowie Nord- und Ost-Italiens. Ihre Blüte besteht aus großen blaß rosafarbenen Blütenblättern. Der obere Teil des Stempels endet in Form zweier langer rosafarbener Bänder, die an eine Schlangenzunge erinnern. Sie ist in Kroatien streng geschützt und auf der Roten Liste gefährdeter Arten, in der Kategorie keine ausreichenden Daten. Die Blütezeit ist von Juni bis August.
 
 
Maly-Bergfenchel (Seseli malyi)
Endemit des West-Balkans. Die Wuchshöhe dieser Pflanze ist gering, so dass sie praktisch direkt über dem Boden wächst. Ihre blaugrünen Blätter sind schmal und länglich, und die dichten Blüten in Form eines Schildes sind zu Beginn rosarot, und nachdem sie aufblühen, blassrosa. Diese Pflanze wurde nach Franz Malyi, dem Hofgärtner in Wien benannt, der das Velebit-Gebirge mehrmals besuchte. Sie wächst in Steingärten der montanen Gebiete. In Kroatien ist sie streng geschützt und auf der Roten Liste gefährdeter Arten, in der Kategorie gering gefährdet. Ihre Blütezeit ist im Juni und Juli.
 
 
Kroatische Blau-Spiere (Sibiraea altaiensis subsp. croatica)
Endemit des West-Balkans, wobei sie in Kroatien nur im Velebit-Gebirgsmassiv angetroffen wurde. Ihre nächsten Verwandten wachsen in Zentral-Asien. Es handelt sich um einen Busch aus der Gattung der Rosengewächse, dessen kleine weiße Blüten in länglichen Blütenständen wachsen. Die Kroatische Blau-Spiere ist in Steingärten der montanen Gebiete anzutreffen. Eine bedeutende Fundstätte ist das Botanik-Reservat „Visibaba“, das sich im Gebiet des Parks befindet. In Kroatien ist sie streng geschützt und auf der Roten Liste gefährdeter Arten, in der Kategorie gering gefährdet. Ihre Blütezeit ist im Juni und Juli.
 
 
Vogelbeerbaum (Sorbus aucuparia)
In Europa und West-Asien heimischer Laubbaum. Die Blätter sind dünn und gezackt. Die Blüten sind weiß und wohlriechend und mit weißen wolligen Haaren versehen. Sehr attraktiv und erkennbar sind die zahlreichen roten oder intensiv orangenen Beeren, die im Herbst in dichten Gruppen reifen. Der Vogelbeerbaum wächst in Laubbaumwäldern, vorwiegend Buchenwäldern der montanen Gebiete. Der Vogelbeerbaum steht in Kroatien unter Naturschutz. Seine Blütezeit ist im Mai und Juni.
 
 
Rosa Kugelorchis (Traunsteinera globosa)
Gebirgspflanze Zentral- und Südosteuropas. Das ist die einzige europäische Art dieser Gattung. Sie hat nur wenige Blätter, und die schöne kugelförmige Blüte ist blasslila oder rosafarben. Sie wächst auf Bergwiesen und ist in Kroatien streng geschützt. Ihre Blütezeit ist von Juni bis August.
 
 
Trollblume (Trollius europaeus)
Pflanze der nördlichen und Gebirgsgebiete Europas und Nord-Sibiriens. Die hohen Stängel tragen in der Regel eine intensive zitronenfarbene Blüte, und die Blätter ähneln einer Handfläche. Sie wächst auf feuchten Wiesen in hohen Lagen, aber auch in Talsenken und Felsklüften, in denen der Schnee lange liegen bleibt. Ein besonders beeindruckendes Bild ist die mit vielen blühenden Trollblumen übersäte Štirovača, die einzige Feuchtwiese im Park. Sie ist in Kroatien geschützt und befindet sich auf der Roten Liste gefährdeter Arten, in der Kategorie gering gefährdet. Ihre Blütezeit ist im Mai und Juni.
 
 
Weiße Nieswurz (Veratrum album)
Hochwüchsige und feste Gebirgspflanze Europas und Asiens. Ihre ovalen Blätter haben ausgeprägte längliche Adern und ihre langen, weißen Blüten sind gefächert. Sie wächst auf Bergwiesen und – plateaus, auf denen sie sehr gut zu sehen ist. Die Weiße Nieswurz ist eine der giftigsten Pflanzen des Velebit-Gebirges. Die jungen Pflanzen ähneln denen des Gelben Enzians. Sie ist in Kroatien streng geschützt und auf der Roten Liste gefährdeter Arten, in der Kategorie keine ausreichenden Daten. Ihre Blütezeit ist von Juni bis August.
 

Waldpflanzengesellschaften des Nationalparks Nördlicher Velebit

Der größte Teil des Nationalparks Nördlicher Velebit (mehr als 80% der Fläche) ist mit Wäldern bedeckt, bei denen die Höhenunterteilung (Zonierung) gut zu erkennen ist. Biogeographisch gehören sie vorwiegend zur eurosibirisch-nordamerikanischen Region und zu einem geringeren Teil zur mediterranen Region. Obwohl es im Gebiet des Parks bisher keine detaillierten Untersuchungen der Waldpflanzengesellschaften gab, wurden für das weitere Gebiet des nördlichen Velebits 14 unterschiedliche Gesellschaften verzeichnet.

Flaumeichen- und Orientalischer Hainbuchenwald (Querco-Carpinetum orientalis)


Diese Waldgesellschaft nimmt große Bereiche der Südlagen im gesamten Velebit-Gebirge ein. Im Verlauf vieler Jahrhunderte, vielleicht sogar Jahrtausende wurden diese Wälder von den Menschen intensiv genutzt – gefällt, gerodet, das Vieh wurde dorthin zum Weiden gebracht u.Ä. Das hat dazu geführt, dass heute große Gebiete dieser Pflanzengesellschaft in Form von Wäldern ausgebildet sind, in denen die Bäume aus den Baumstümpfen gewachsen sind. Sie sind sehr wichtig, weil sie den Boden vor Erosion schützen. In dieser Lage wachsen neben der Flaumeiche (Quercus pubescens) und der Orientalischen Hainbuche (Carpinus orientalis) auch die Blumenesche (Fraxinus ornus), der Dreilappige Ahorn (Acer monspessulanum), die Zerreiche (Quercus cerris) und der Speierling (Sorbus domestica). Bei den Gebüschen sind folgende Arten am häufigsten: die Südliche Strauch-Kronwicke (Coronilla emerus subsp. emeroides), der Gewöhnliche Perückenstrauch (Cotinus coggygria), der Echter Christusdorn (Paliurus spina-christi), der Gelbe Blasenstrauch (Colutea arborescens), die Steinweichsel (Prunus mahaleb), die Kornelkirsche (Cornus mas) und der Schlehdorn (Prunus spinosa). on der Vegetation direkt am Boden sind folgende Arten am wichtigsten: der Spitzblättrige Spargel (Asparagus acutifolius), das Berg-Bohnenkraut (Sataureja montana), der Ähriger Ehrenpreis (Veronica spicata), der Purpur-Klee (Trifolium rubens), die Aschwurz (Dictamnus albus) und Andere.

Gemeiner Hopfenbuchen – und Flaumeichenwald (Ostryo-Quercetum pubescentis)


Dieser Wald ist ebenfalls in verschiedenen Degradationsformen des ursprünglichen Waldes ausgebildet. Er nimmt den Bereich oberhalb der Flaumeichen- und Orientalischen Hainbuchenwäldern an den litoralen Hängen des Velebit-Gebirges ein. Er tritt vorwiegend auf Kalkböden in Form von fragmentierten kleinen Wäldern und Gestrüpp auf und ist für den Erhalt des Bodens sehr wichtig. Neben den Gemeinen Hopfenbuchen (Ostrya carpinifolia) und den Flaumeichen (Quercus pubescens) sind die häufigsten Arten, die in diesen Wäldern wachsen, die Blumenesche (Fraxinus ornus), der Frühlings-Ahorn (Acer obtusatum), die Zerreiche (Quercus cerris), der Spitzahorn (Acer platanoides), die Traubeneiche (Quercus petraea) und die Weißbuche (Carpinus betulus).

Herbstkopfgras-Buchenwald (Seslerio autumnalis-Fagetum)


Diese Wälder nehmen den unteren Bereich der Velebiter Buchenwälder an den litoralen Hängen ein. Sie kommen auf Höhen zwischen 700 und 300 m vor, und sind durch die Anwesenheit des termophilen Adria-Kopfgras (Sesleria autumnalis) gekennzeichnet, das im Herbst wie ein Teppich den ganzen Boden überdeckt. Unter den Bäumen überwiegen Buchen (Fagus sylvatica), aber auch Frühlings-Ahorn (Acer obtusatum), Gemeine Hopfenbuchen (Ostrya carpinifolia), Echte Berg-Ahorne (Acer pseudoplatanus), Mehlbeerbäume (Sorbus aria) und Blumeneschen (Fraxinus ornus) sind dort zu finden. Im Unterholzbereich sind der Wollige Schneeball (Viburnum lantana), die Kornelkirsche (Cornus mas), der Warzen-Spindelstrauch (Euonymus verrucosus) und der Purgier-Kreuzdorn (Rhamnus cathartica) vertreten. Im untersten Bereich ist das Adria-Kopfgras (Sesleria autumnalis) am wichtigsten, und weit verbreitet sind auch das Immenblatt (Melittis melissophyllum), die Finger-Segge (Carex digitata), die Gewöhnliche Straußmargerite (Tanacetum corymbosum), der Nelkenwurz-Odermennig (Aremonia agrymonoides), die Nesselblättrige Glockenblume (Campanula trachelium) und Andere.

Zwergmispeln-Schwarzkiefernwald (Cotoneastro-Pinetum nigrae)


Sehr interessant ist diese Waldgesellschaft, die eine Reihe von mediterranen Arten enthält, wie z.B. den Stech-Wacholder (Juniperus oxycedrus), den Dreilappigen Ahorn (Acer monspessulanum), die Terebinthpistazie (Pistacia terebinthus), die Südliche Strauch-Kronwicke (Coronilla emerus subsp. emeroides) und Andere. Daneben wachsen auch typische „Kiefernarten“ wie z.B. das Frühlingsheidekraut (Erica herbacea), die Filzige Zwergmispel (Cotoneaster nebrodensis), die Echte Felsenbirne (Amelanchier ovalis) u.a.. Die autochthonen Schwarzkiefernwälder des nördlichen Velebits sind Relikte – Überreste der einst viel weiter verbreiteten Wälder.

Montaner Buchenwald (Lamio orvalae–Fagetum)


Diese Gesellschaft nimmt einen sehr engen Bereich auf der kontinentalen Seite des Velebit-Gebirges in einer Höhe von 600 bis 900 m ein. Außer Buchen wachsen hier Echte Berg-Ahorne (Acer pseudoplatanus), Bergulmen (Ulmus glabra) und andere Arten.

Dinarider Buchen - und Tannenwald (Omphalodo vernae-Fagetum)


Diese Wälder wachsen in Höhen von 1000 bis 1400 m. Die wichtigsten Arten, die in diesen Wäldern wachsen, sind neben der Rotbuche (Fagus sylavtica) und Weiß-Tanne (Abies alba) das Gedenkemein (Omphalodes verna), die Schaftdolde (Hacquetia epipactis), die Krainer Wolfsmilch (Euphorbia carniolica), das Wald-Bingelkraut (Mercurialis perennis), der Alpen-Kreuzdorn (Rhamnus alpinus subsp. fallax), der Nelkenwurz-Odermennig (Aremonia agrimonoides), die Große Taubnessel (Lamium orvala), der Voralpen-Spindelstrauch (Euonymus latifolius) und die Großblütige Bergminze (Calamintha grandiflora).

Submontaner Buchen - und Echter Berg-Ahorn-Wald (Polysticho lonchitis-Fagetum)


Nimmt die höchsten Bereiche des nördlichen Velebits ein, wo er in Höhen von 1200 bis meistens 1500 m in klimatischen Bedingungen wächst, die durch große Schneemengen, niedrige Temperaturen, einen kurzen Vegetationszeitraum und starke Winde gekennzeichnet sind. Die Bäume in diesen Wäldern sind in ihrem unteren Teil wegen des Drucks der langandauernden Schneedecke und der Winde charakteristisch verbogen. Bei den Bäumen überwiegen Rotbuchen (Fagus sylvatica), aber auch der Echte Berg-Ahorn (Acer pseudoplatanus) ist hier oft anzutreffen. Das Unterholz ist hier schwächer entwickelt und besteht aus dem Seidelbast (Daphne mezereum), der Alpen-Heckenkirsche (Lonicera alpigena), und in den höheren Bereichen der Großblättrigen Weide (Salix appendiculata), der Steinbeere (Rubus saxatilis), der Gebirgs-Rose (Rosa pendulina) und der Alpen-Johannisbeere (Ribes alpinum). Die unteren Vegetationsbereich wichtigsten Arten sind: der Lanzen-Schildfarn (Polystichum lonchitis), der Rundblättrige Steinbrech (Saxifraga rotundifolia), der Kahler Alpendost (Adenostyles alpina), der Wald-Alpenlattich (Homogyne sylvestris), der Nesselblättrige Ehrenpreis (Veronica urticifolia), der Platanen-Hahnenfuß (Ranunculus platanifolius), die Kleb-Kratzdistel (Cirsium erisithales), der Dreiblättrige Baldrian (Valeriana tripteris), der Bärlauch (Allium ursinum) und Andere.

Reitgras-Tannenwald (Calamagrostio-Abietetum)


Diese Gesellschaft wächst auf zerklüfteten Kalkblöcken in den höheren Bereichen der submontanen Buchenwälder, und in den niedrigeren Bereichen des Buchen- und Tannenwaldgürtels. Sie erobert die steilsten Habitate und verhindert eine Erosion der am meisten gefährdeten Stellen. Die in dieser Gesellschaft lebenden Arten sind der Juniperus intermedia, das Wald-Reitgras (Calamagrostis arundinacea), die Alpen-Rebe (Clematis alpina), der Kahler Alpendost (Adenostyles alpina), die Gebirgs-Rose (Rosa pendulina), die Schwarze Heckenkirsche (Lonicera nigra), die Großblättrige Weide (Salix appendiculata), der Braune Streifenfarn (Asplenium trichomanes), die Vielblütige Weißwurz (Polygonatum multiflorum), die Ährige Teufelskralle (Phyteuma spicatum) und Andere.

Illyrischer montaner Buchen-Taubnesselwald (Lamio orvale-Fagetum sylvaticae)


Diese artenreichen Wälder wachsen auf der kontinentalen Seite des Velebit-Gebirges, wo sie den Bereich zwischen 400 und 800 m über dem Meeresspiegel einnehmen. Bei den Bäumen überwiegt die Rotbuche (Fagus sylvatica), aber es gibt dort auch Echte Berg-Ahorne (Acer pseudoplatanus), Spitzahorne (Acer platanoides), Gemeine Eschen (Fraxinus excelsior) und Bergulmen (Ulmus glabra). Das Unterholz besteht aus Seidelbast (Daphne mezereum), Lorbeerblättrige Seidelbast (Daphne laureola), Roter holundern (Sambucus racemosa), Europäischen Stechpalmen (Ilex aquifolium), Alpen-Heckenkirschen (Lonicera alpigena), Rote Heckenkirschen (Lonicera xylosteum), Voralpen-Spindelsträuchern (Euonymus latifolius) und anderen Arten. Im untersten Vegetationsbereich heben sich die spezifischen Arten der illyrischen Buchenwälder – der Buchenwälder des Westbalkans und des Gürtelstreifens der Ost-Adria hervor: die Große Taubnessel (Lamium orvala), die Schaftdolde (Hacquetia epipactis), das Krainer Tollkraut (Scopolia carniolica), das Gedenkemein (Omphalodes verna), die Krainer Wolfsmilch (Euphorbia carniolica), die Großblütige Bergminze (Calamintha grandiflora) und Andere, aber hier wachsen auch Arten, die für die meisten europäischen Buchenwälder charakteristisch sind: der Waldmeister (Galium odoratum), die Wald-Sanikel (Sanicula europaea), das Ähren-Christophskraut (Actea spicata), die Wald-Segge (Carex sylvatica), das Echte Lungenkraut (Pulmonaria officinalis), das Buschwindröschen (Anemone nemorosa), der Türkenbund-Lilie (Lilium martagon), das Wald-Bingelkraut (Mercurialis perennis), die Goldnessel (Lamium galeobdolon) und Andere. Diese Pflanzengesellschaft wächst im nördlichen Velebit in der Umgebung der Siedlung Krasno.

Nelkenwurz-Odermennig- Fichtenwald (Aremonio-Piceetum abietis)


Ist insbesondere in Štirovača und am Rande der zahlreichen Gebirgswiesen entwickelt. Diese Pflanzengesellschaft ist eine Gesellschaft der breiten Täler, in denen die Konzentration der kalten Luft größer ist. Bei den Bäumen überwiegt die Gemeine Fichte (Picea abies) neben der auch Weißtannen (Abies alba) und Rotbuchen (Fagus sylvatica) geringerer Vitalität wachsen. Das Unterholz ist gering entwickelt und dort wächst die Eberesche (Sorbus aucuparia) und die Schwarze Heckenkirsche (Lonicera nigra). Der unterste Teil der Vegetation ist sehr üppig und reich an acidophilen Arten (solchen, die auf saurem Boden wachsen) wie z.B. Blaubeeren (Vaccinium myrtillus), Berg-Bärlappen (Lycopodium annotinum), Haar-Hainsimsen (Luzula pilosa), und bedeutend sind auch der Sauerklee (Oxalis acetosella), die Himbeere (Rubus idaeus), der Schwalbenwurz-Enzian (Gentiana asclepiadea), das Kleeblättrige Schaumkraut (Cardamine trifolia) und viele andere. Der Nelkenwurz-Odermennig (Aremonia agrimonoides) ist regelmäßig in dieser Gesellschaft vertreten, aber nicht in allzu großer Zahl.

Submontaner Herzzweiblatt-Fichtenwald (Laserpitio krapfii–Piceetum abietis)


Die größten Komplexe dieses Waldes befinden sich in Smrčeve doline und Lubenovac. Er entwickelt sich in steilen, nördlichen, kalten und geschlossenen Dolinen, wo der Schnee lange liegen bleibt. Die Bäume, die in diesem Wald wachsen, sind fast ausschließlich Gemeine Fichten (Picea abies),und das Unterholz besteht aus der Schwarzen Heckenkirsche (Lonicera nigra) und der Großblättrigen Weide (Salix appendiculata), seltener der Borbas-Heckenkirsche (Lonicera borbasiana). Im unteren Vegetationsbereich sind acidophile Arten der Nadelwälder verbreitet: Blaubeere (Vaccinium myrtillus), Preiselbeere (Vaccinium vitis-idaea), Berg-Bärlapp (Lycopodium annotinum), Tannenbärlapp (Huperzia selago), Herzzweiblatt (Listera cordata) und Arten der submontanen Buchenwälder: Kleb-Kratzdistel (Cirsium erisithales), Dreiblättriger Baldrian (Valeriana tripteris), Alpen-Rebe (Clematis alpina) und Andere. Auch gibt es hier zahlreiche Moose , und zwar aus der Gattung der Hylocomium, Plagiothecium, Torfmoos (Sphagnum sp.) und Polytrichum sp.

Reitgras-Fichtenwald (Hyperico griesebachii–Piceetum abietis)


Wächst in der Nähe des Zavižan, der Felsen Hajdučki und Rožanski kukovi sowie auf steilen, steinigen Kalkblöcken in einer Höhe von mehr als 1400 m über dem Meeresspiegel. Bei den Bäumen überwiegt die Gemeine Fichte (Picea abies), aber dort wachsen auch Ebereschen (Sorbus aucuparia), während verkrümmte Rotbuchenbäume (Fagus sylvatica) dort seltener anzutreffen sind. Im Unterholz heben sich die Arten der submontanen Gebiete hervor, wie z.B. die Gebirgs-Rose (Rosa pendulina), das Berg-Reitgras (Calamagrostis varia), der Alpen-Wacholder (Juniperus communis subsp. nana), die Borbas-Heckenkirsche (Lonicera borbasiana), die Bergkiefer (Pinus mugo), die Alpen-Johannisbeere (Ribes alpinum), die Großblättrige Weide (Salix appendiculata), das Bittere Schafgarb (Achillea clavenae) und Andere.

Grüner Alpendost-Fichtenwald (Adenostylo alliariae-Piceetum abietis)


Wächst auf den breiteren Talsohlen weniger tiefer Dolinen, die feuchter, kälter und an fruchtbarem Boden – Humus – reicher sind als die umliegenden Habitate. In den Habitaten dieser Waldgesellschaft bleibt der Schnee lange liegen und der Boden wird in großem Maße befeuchtet. Hier überwiegen hohe grüne Vegetationsarten: der Filzige Alpendost (Adenostyles alliariae), der Alpen-Milchlattich (Cicerbita alpina), die Österreichische Gämswurz (Doronicum austriacum), der Frauenfarn (Athyrium filix-femina), die Weiße Pestwurz (Petasites albus), das Bastard-Rispengras (Poa hybrida), der Platanen-Hahnenfuß (Ranunculus platanifolius), die Quirl-Weißwurz (Polygonatum verticillatum), die Wald-Sternmiere (Stellaria nemorum) und das Zweiblütige Veilchen (Viola biflora). Im Gegegnsatz zu den anderen Fichtengesellschaften ist für diese Gesellschaft das Ausbleiben von großen Mooskomplexen charakteristisch und die kleinen Blaubeeren - (Vaccinium myrtillus) und Fichtensträucher (Picea abies), die auf Baumstümpfen und umgestürzten Stämmen wachsen. Die Gesellschaft im nördlichen Velebit wächst mosaikförmig und die schönsten Vertreter dieser Waldgesellschaft sind im Bereich von Lom zu sehen.

Blauer Heckenkirschen-Bergkiefernwald (Lonicero borbasianae-Pinetum mugi)


Dieser Wald wächst auf den höchsten Gipfeln des nördlichen Velebits und bildet die obere Grenze der Waldvegetation in den Dinariden in einer Höhe von mehr als 1350 m über dem Meeresspiegel. Er begrünt viele steinige Gipfel, Hügel und Hänge. Die dominante Art ist die Bergkiefer (Pinus mugo), die unter dem Einfluss der hohen und lang andauernden Schneedecke und der starken Luftströmungen sehr lange, am Boden liegende Äste entwickelt und so unzungängliche Bereiche formt. Neben den Bergkiefern und vereinzelten unvollständig entwickelten Fichten (Picea abies) sowie krummen und nicht vollständig entwickelten Buchen (Fagus sylvatica) wachsen hier auch die Großblättrige Weide (Salix appendiculata), die Eberesche (Sorbus aucuparia), die Borbas-Heckenkirsche (Lonicera borbasiana), die Gebirgs-Rose (Rosa pendulina), die Zwerg-Mehlbeere (Sorbus chamaemespilus), die Alpen-Johannisbeere (Ribes alpinum), der Alpen-Wacholder (Juniperus communis subsp. nana), die Echte Zwergmispel (Cotoneaster intergerrimus), die Steinbeere (Rubus saxatilis), Blaubeere (Vaccinium myrtillus) und Preiselbeere (Vaccinium vitis-idaea) und andere Arten. Diese Bergkiefernwälder haben eine wichtige Schutzfunktion, da sie an vielen steilen und steinigen Orten wachsen, an denen zahlreiche endemische Arten und seltene Pflanzen leben.

Wiesenpflanzengesellschaften des Nationalparks Nördlicher Velebit
(Autor: Doz. Dr. Antun Alegro, Kroatischer Botanikverband)

Obwohl die Wiesen durch Menschenhand geschaffen wurden, sind nicht alle gleich. Sie unterscheiden sich in Abhängigkeit von ihrer Höhenlage, dem Geländerelief, den Bodeneigenschaften, der Windeinwirkung, ihrer Nutzung und anderen Faktoren, die manchmal schwer zu identifiziren sind. Die gegenseitige Beeinflussung dieser Faktoren hat zur Entstehung einer Reihe von Wiesentypen geführt, die auch durch eine spezifische Kombination der einzelnen Pflanzenarten gekennzeichnet sind.

In den letzten Jahren wurden die Wiesenpflanzengesellschaften des Nationalparks Nördlicher Velebit genau untersucht.

Erd-Seggen und Felsen-Flockenblumen-Steinweiden (Carici humilis-Centauretum rupestris)


Sie haben sich im niedrigsten Bereich, d.h. im Bereich der Gemeinen Hopfenbuche z.B. in Dundović pod, Kačarica, Laminača und Turska vrata entwickelt. Für sie ist ein bedeutender Anteil an submediterranen Arten charakteristisch, die oftmals mit großen Populationen in Erscheinung treten. Das sind z.B. die Felsen-Flockenblume (Centaurea rupestris), die Nizza-Kreuzblume (Polygala nicaeensis), der Weißblütige Schuppenkopf (Cephalaria leucantha), die Amethyst-Mannstreu (Eryngium amethystinum), das Glänzende Schillergras (Koeleria splendens) und Andere.

 
 

Bohnenkraut- und Erd-Seggen-Steinweiden (Saturejo subspicatae-Caricetum humilis)


Mit Anstieg der Höhe verschwinden die submediterranen Arten in zunehmenden Maß, und werden von den montanen Arten ersetzt, die dann diese Gesellschaft bilden. An den litoralen Hängen des nördlichen Velebits nehmen diese Weiden die Höhen von etwa 1100 bis 1400 m ein, d.h. im Buchenwaldgürtel, und teilweise auch im Bergkieferngürtel. Schöne Exemplare dieses Weidentyps können im Gebiet von Borove vodice, Vukušić duliba, Zelengrad, Oštrik, Alančić und Buljma gesehen werden. Da die meisten submediterranen Arten, die in der vorhergehenden, in niedrigeren Lagen entwickelten Gesellschaft in großem Maße vertreten sind, hier fehlen, sind diese Wiesen zwar floristisch ärmer, aber statt dessen gibt es hier einige Arten der höheren Lagen wie z.B. die Graufilzige Frühlings-Schlüsselblume (Primula veris subsp. columnae), die Filz-Flockenblume (Centaurea triumphetti), den Silberwegerich (Plantago argentea), den Triester Enzian (Gentiana verna subsp. tergestina) und einige Andere.

 
 

Berg-Trespen-Wiesen (Übergangstyp zwischen Bromion erecti und Scorzonerion villosae)


In den Höhenlagen von 850 bis 1100 m, d.h. in den Lagen, die dem Meer oder dem Bora-Wind nicht direkt ausgesetzt, sondern geschützt und oftmals von Wäldern umgeben sind, befinden sich relativ kleine Flächen mit diesen Wiesen. Sie entstehen auf tieferen Böden, die niemals steinig, aber auf der anderen Seite flach genug sind, damit es nicht zur Ausspülung und Säuerung des Bodens kommt, so dass es hier auch keine acidophilen Arten gibt. Diese Wiesen sind wahrscheinlich unterschiedlichen Ursprungs und wurden größtenteils als Weideland (im Gebiet von Babrovača und Palježa auch heute noch) genutzt. Da sie sich aber auf geebneten Geländen ohne herausragende Steine befinden, ist es möglich, dass sie auch als Heuwiesen dienten. Ein kleinerer Teil dieser Wiesen konnte auch durch Ein kleinerer Teil dieser Wiesen kann auch durch Verwachsen einst bestellter Flächen (z.B. in Dundović pod und auf den Terrassen bei Gobanović padež in der Nähe von Babrovača) entstanden sein. Sie treten auch als der thermophilste Wiesentyp der höchsten Zone in Erscheinung, und dann befinden sie sich auf sehr flachen Karstböden oder Moränenablagerungen. Solche Wiesen sind in Mirovo besonders schön entwickelt, und heben sich durch große Hoermanns Läusekraut-Populationen (Pedicularis hoermanniana) hervor. Sie sind durch eine relativ große Ansammlung von Arten gekennzeichnet, und einige davon sind der Kiel-Lauch (Allium carinatum), der Geflügelte Wiesenknopf (Sanguisorba minor subsp. muricata), das Klein-Mädesüß (Filipendulla vulgaris), die Späte Betonie (Stachys serotina), der Wiesensalbei (Salvia pratensis) und Andere.

 
 

Blaugras- und Felsen-Flockenblumen-Wiesen (Seslerio juncifoliae (interruptae)–Caricetum humilis)


Das sind Weideweisen (manchmal auch Heuwiesen) in den höchsten Lagen der dem Bora-Wind ausgesetzten litoralen Hänge, die sich im Buchen- und Bergkiefernwaldgürtel, d.h. in einer Höhe von etwa 1200 m bis zu den höchsten Gipfeln (z.B. Balinovac 1602m, Veliki Zavižan 1676m, Oštrik 1355m, Alančić 1611m, Buljma 1451m) entwickelt haben. Die Blaugras-Wiesen sind der am meisten verbreitete Gebirgswiesentyp der litoralen Hänge des Velebit-Gebirges, und für ihre Entstehung ist der starke Bora-Wind entscheidend. Unter diesen Bedingungen ist gerade das Blaugras (Sesleria interrupta) konkurrent, so dass es zugleich auch die dominante Art auf diesen Wiesen ist. Von den restlichen Pflanzen, die in dieser Gesellschaft leben, sind noch der Seidenhaar-Ginster (Genista sericea), der Rauhaarige Alant (Inula hirta), das Zwergbergminze (Satureja subspicata), die Herzblättrige Kugelblume (Globularia cordifolia), der Silberwegerich (Plantago argentea), das Hoermanns Läusekraut (Pedicularis hoermaniana), das Glatt-Brillenschötchen (Biscutella laevigata), der Velebiter Spitzkiel (Oxytropis dinarica subsp. velebitica) und Andere zu erwähnen.

 
 

Bosnischer Schwingel-Wiesen (Festucetum bosniacae)


Sie haben sich in den gleichen höchsten Bereichen entwickelt, aber in solchen Lagen, die vor allem vor dem starken Bora-Wind geschützt sind, und oftmals auch auf tieferen Böden. Das ist der am meisten verbreitete Wiesentyp in Dundović, Šegotski und Bilenski padež sowie in Rožan und dem Gebiet des Zavižan. In Tudorevo und Veliki Lubenovac sind sie wie Mosaike mit anderen Wiesentypen angeordnet. Sie umfassen eine Reihe von Gebirgspflanzenwie z.B. die Velebit-Nelke (Dianthus velebiticus), das Steinbrechleimkraut (Silene saxifraga), die Glanz-Skabiose (Scabiosa lucida), die Geröll-Nelke (Dianthus petraeus subsp. petraeus), die Steinbrechwurz (Pimpinella saxifraga), die Rosenrote Schwarzwurzel (Scorzonera purpurea subsp. rosea), das Gemswurz-Greiskraut (Senecio doronicum), die Büschel-Glockenblume (Campanula glomerata), die Rundköpfige Teufelskralle (Phyteuma orbiculare) u.A.

 
 

Gold-Schwingel-Wiesen (Festucetum paniculatae)


Sie treten mosaikförmig im Gebiet der Wiesen des Bosnischen Schwingel s auf, aber auf tieferen, feuchten, mehr oder weniger ausgespülten Böden, die durch das Relief und die Exposition bedingt sind. Sie heben sich sehr klar hervor, da sie aus dichtem dominanten Gold-Schwingel bestehen, der nicht selten eine Höhe von 1,5 m erreicht. Interessant ist, dass es auf diesen Wiesen auch einige ansonsten typische Waldpflanzen gibt. Sie sind einer der seltensten Gebirgswiesentypen in Kroatien, und bisher sind sie nur aus dem Gebiet von Šegotski und Bilenski padež sowie Tudorevo bekannt.

 
 

Borstgras-Wiesen (Nardetum strictae)


Sie entstehen im höchsten Bereich, in der Zone der submontanen Buchen- und Bergkiefernwälder, aber in Dolinen mit ebenem, geschützten Boden, auf dem sich eine tiefere Erdschicht angesammelt hat, die die Kalkunterlage isoliert und die Auspülung der Base und so die Entstehung eines sauren, nährstoffarmen Bodens ermöglicht hat. Sie sind der einzige acidophile Wiesentyp im Gebiet des nördlichen Velebits. Sie sind auf Grund des dichten Borstgrases, das in der Regel die dominante Art ist, leicht zu erkennen. Neben dem Borstgras sind dort in relativ großen Maße auch der Horst-Rotschwingel (Festuca nigrescens), die Frühlings-Segge (Carex caryophyllea), das Hasenbrot (Luzula campestris), die Blutwurz (Potentilla erecta), der Dreizahn (Danthonia decumbens), das Alpen-Ruchgras (Anthoxanthum alpinum), das Rote Straussgras (Agrostis capillaris), das Gemeine Katzenpfötchen (Antennaria dioica), das Wald-Ruhrkraut (Gnaphalium sylvaticum) und Andere vertreten. Auf diesen Wiesen gibt es in der Regel keine submediterranen, illyrischen Pflanzenarten d.h. der Arten des Westbalkans, des ostadriatischen Küstenstreifens und Südeuropas, so dass man von den Borstgras-Wiesen sagen kann, dass sie pflanzen-geographisch betrachtet, den Raum, in dem sie sich entwickelt haben, nicht wiederspiegeln. Ihre floristische Zusammensetzung, d.h. die Zusammensetzung der Pflanzenarten, spiegelt nämlich vor allem die extremen ökologischen Bedingungen wieder, in denen sie entstehen und sich entwickeln.

 
 

Schmiele-Wiesen (Deschampsietum subalpinum)


Sie können in den Talsohlen der Dolinen entstehen, wenn diese trichterförmig sind, so dass sich das Wasser dort ansammelt, vor allem getautes Schneewasser. Sie sind in der Regel sehr klein, oftmals nur etwa zehn Quadratmeter groß und auch sehr artenarm, was ihre floristische Zusammensetzung betrift.

 
 

Einst bestellte Flächen


Auf diesen Flächen wurden einst Kartoffeln und Kohl, seltener andere Gemüsekulturen angebaut und heute liegen sie vollkommen brch und sehen mit der Zeit wie Wiesen aus. In ihrer Zusammensetzung dominieren nitrophile – denen eine größere Stickstoffkonzentration im Boden zusagt – und mesophile Arten – denen im Verhältnis zu den Steinwiesen ein feuchteres Habitat zusagt, so dass es auf den ersten Blick erscheinen kann, als ob es sich um kleine Enklaven von Tiefenebenwiesen handelt. Von den Gräsern können hier der Gewöhnliche Glatthafer (Arrhenatheterum elatius) oder die Kriech-Quecke (Elymus repens) dominieren, die letztere insbesondere in den Padeži und Mirovo. Beiden Typen sind zahlreiche Arten gemeinsam, wie z.B. das Gewöhnliche Knäuelgras (Dactylis glomerata), das Echte Johanniskraut (Hypericum perforatum), die Wiesen-Platterbse (Lathyrus pratensis), die Ackerkratzdistel (Cirsium arvense), die Vogel-Wicke (Viccia cracca), das Wiesenlabkraut (Galium mollugo), die zweihäusige Große Brennnessel (Urtica dioica), die Weiße Lichtnelke (Silene latifolia subsp. alba), der Wiesenkerbel (Anthriscus sylvestris) und Andere. Wenn die Gräser nicht ausgesprochen dominant sind, so haben solche Wiesen das Aussehen von großen grünen Feldern. Es ist interessant, dass es hier keine Neophyten oder invasiven Planzenarten gibt, wie z.B. das Einjährige Berufkraut (Erigeron annuus), das Kanadische Berufkraut (Conyza canadensis), das Beifußblättrige Traubenkraut (Ambrosia artemisiifolia), die Kanadische Goldrute (Solidago canadensis), die ansonsten regelmäßig auf brachliegenden Feldern in niedrigeren Gebieten wachsen, und dort oftmals auch dominant sind.

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